GIS und Geodatenfortführung

Bei diesen Stichworten können photogrammetrische Verfahren ihre Vorteile voll und ganz ausspielen. Bereits bei der primären Datenerfassung ist die Photogrammetrie in Verbindung mit dGPS-Methoden wegen ihrer Genauigkeit und der sehr guten Kosten-Nutzen-Relation als "enabling technology" für Datengrundlagen bei GIS-Fragestellungen zu bezeichnen. Für Fragestellungen der Datenfortführung und -aktualisierung, die bei jeder GIS-Anwendung zu diskutieren sind, bieten wir das folgende methodische Vorgehensmodell an:

Datenfortführung
Veränderungen im Vektorbestand der Ursprungsbefliegung (grau) zur Neubefliegung (farbig)

  • Durchführung eines Wiederholungsbildfluges mit Auslösung der Luftbilder an den Ursprungspositionen des Primärbildfluges über Real-Time-GPS mit einer Navigationsgenauigkeit von bis zu 2 Metern.
  • Aerotriangulation der Neubefliegung auf Basis der ursprünglichen Daten und Parameter wie z. B. GPS/INS, Passpunkte, usw.
  • Überprüfung der Genauigkeit anhand von unabhängigen Checkpunkten
  • Soll/Ist-Vergleich der aktuellen Luftbilder mit den Daten der Ersterfassung durch Einspielung der vektoriellen "Altdaten" in das aktuelle Stereomodell.
  • Photogrammetrische Messung der Veränderungen im "Originärdatenbestand" und gegebenenfalls Ausdünnung von nicht aktuellen Daten. Dabei wird die Datenstruktur der Originärdaten beibehalten.
Durch die Nutzung von Altdaten im Rahmen der Aerotriangulation der Neubefliegung wird eine sehr hohe Homogenität der Datenfortführung gewährleistet. Geometrische Abweichungen der Altdaten im Vergleich zur neuen Befliegungssituation sind somit als wirkliche Veränderung der Situation vor Ort verifizierbar und resultieren beispielsweise nicht aus Änderungen der technischen Parameter. Bei unserer jährlichen Befliegung des niederländischen Eisenbahnnetzes haben wir dieses Verfahren perfektioniert. Selbst kleinste geometrische Veränderungen sind mit sehr großer Sicherheit auf Veränderungen der Örtlichkeit im Zeitverlauf zurückzuführen.