Abwassergebührentrennung: unser Lösungsansatz

rechtliche Grundlagen:

Die Einführung eines getrennten Abwasserentgeltes für Schmutz- und Niederschlagswasser geht auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes (BVerwG) von 1985 zurück, wonach eine einheitliche Gebühr für die Entsorgung beider o.a. Abwasserarten  nur zulässig ist, wenn der Kostenanteil der Ableitung sowie Reinigung des Niederschlagswassers nicht mehr als 15% der gesamten Entwässerungskosten je Grundstück ausmacht. Wird dieser Anteil in nicht geringfügigem Maße überschritten, sind getrennte Tarife für die Behandlung von Schmutz- und Niederschlagswasser zu kalkulieren.

praktische Bedeutung:

Für den angeschlossenen Grundstückseigentümer bedeutet diese Entscheidung, daß sich die Gebühren der Entwässerung um den Anteil der Niederschlagswasserbehandlung ändern werden. Wie sind nun aber Niederschlagswasserentgelte zu kalkulieren? Ein wesentlicher Einflußfaktor ist die abflußwirksame befestigte Fläche, über welche das Niederschlagswasser in die Kanalisation eingeleitet wird.

unser Lösungsansatz:

Prinzipiell werden die durch Luftbildauswertungen homogen erfaßten, versiegelten Flächen mit den ALK-Daten verschnitten, um so eine flurstücksbezogene Versiegelungsaussage zu erhalten. Die Daten der flurstücksbezogenen Versiegelungskartierung werden in Verbindung mit dem ALB zu Grundstücken zusammengefaßt. Für den Fall von Splißflächen, die vor allem in Innenstadtlagen häufig auftreten, werden diese dem Grundstück zugeordnet, dem es gemäß der natürlichen Grenzen zuzuordnen ist. Der Vorteil: Das Innenverhältnis zweier Grundstücksbesitzer, wie z.B. Pacht, Nießbrauch, etc. wird bzgl. des Entgeltsplittings vorweggenommen. Ziel dieser Vorgehensweise ist die Erzielung einer möglichst hohen Rücklaufquote und geringen Nachbearbeitungen in der geometrischen Darstellung.

Datenerhebung
Prinzip einer Auswertung entlang natürlicher Grenzen

der Vorteil: Multifunktionale Nutzung:

Durch die Einpassung der Katasterkarte in den homogenen Datensatz der Versiegelungskartierung besteht jederzeit die Möglichkeit, Versiegelungsdaten weiterhin für andere Aufgabenstellungen zu nutzen, beispielsweise als Grundlage für ein GIS. Die Katasterkarte wird dabei als Fachschale implementiert und gewährleistet somit die Zuordnung zu Grundstück und Eigentum. Die von uns ermittelte homogene Datengrundlage wird für weitere Aufgabenstellungen genutzt.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieser Methode besteht in der Fortführung der homogenen Daten. Diese können, da sie 3D erfaßt wurden, als Vektorgrafik mit aktuellen Luftbildern in unseren Auswertesystemen verschnitten werden. Die aktuelle Auswertung erfolgt dann als Ergänzung direkt in dem Ursprungsdatenmodell.

geobasierte Selbstauskunft:

Auf der Grundlage der grundstücksbezogenen Versiegelungskartierung entlang natürlicher Grenzen wird ein geobasierter Selbstauskunftsbogen entwickelt. Dieser enthält einen allgemeinen und individuellen Teil, der je nach Kundenwunsch gestaltet werden kann. Der Kunde kann dann anhand seiner tatsächlichen Verhältnisse die Flächen identifizieren, die in den Kanal einleiten. Diese Informationen können natürlich nur bedingt aus dem Luftbild erfaßt werden und sind somit vom Gebührenschuldner anzugeben. Unsere Leistung kann die Lieferung von Software zur Unterstützung des Arbeitsablaufes der Einführung der getrennten Abwassergebühr sowie zum Dokumentenmanagement enthalten. Die Integration in die Arbeitsumgebung des Kunden ist ein weiterer, oft gefordertes Leistungskriterium, das von uns realisiert wird.

Selbstauskunftsbogen
Geobasierter Selbstauskunftsbogen
inkl. Gebührensoftware zum Dokumentenmanagement

Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit:

Während der Einführung der getrennten Abwassergebühr wir dem Kunden ein erfahrenes Projektteam zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit, bei technischen Fragen, etc. zur Verfügung gestellt. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, eine hohe Akzeptanz der Gebührenumstellung bei den Abwasserkunden zu erzielen, sowie die Bereitschaft des Kunden zur Mithilfe bei der Ermittlung der erforderlichen Daten zu gewinnen, wobei eine hohe Rücklaufquote und Genauigkeit angestrebt wird. Die Vermeidung einer negativen Berichterstattung in den öffentlichen Medien, insbesondere der Presse und in der Politik, sowie eine geringe Anzahl schriftlicher Reklamationen sind weitere Kernpunkte einer effizienten Öffentlichkeitsarbeit.